Gemeinsam praktizieren

In Seminaren und regelmäßigen Kursen lernen wir eine Vielzahl von Meditationen und Übungen aus den buddhistischen Überlieferungen kennen, die wir in unserer täglichen Praxis anwenden können. Übungen, die umfangreicher sind und mehr Zeit erfordern, lassen sich dagegen nicht so leicht oder nur in einer kurzen Form im Alltag integrieren. Daher bieten wir immer wieder gemeinsame Praxistage zu verschiedenen Meditationen an. Diese sind besonders geeignet, um unseren Alltag zu unterbrechen und uns einen ganzen Tag der Meditation zu widmen.

Hierbei haben wir auch die Möglichkeit, Übungen zu wiederholen und von Zeit zu Zeit ausführlichere Versionen anzuwenden. Durch die gemeinsame Praxis können wir unsere Übungen vertiefen und erfahren durch die Gemeinschaft (tib. Sangha) Inspiration, Mitfreude und neue Impulse für unsere persönliche Entwicklung. Da es für alle einen sehr großen Nutzen hat, möchten wir die Dharma-Praktizierenden ermutigen, sich von ihren täglichen Verpflichtungen frei zu nehmen und immer wieder mal einen Tag der Dharma-Praxis und der Meditation zu widmen.

Dies ist eine Hilfe am Anfang, in der Mitte und am Ende. Zunächst können wir einfach nur mitmachen und sehen dabei, dass auch andere ihre Praxis stetig ausführen. Am Anfang lernen wir verschiedene Möglichkeiten kennen, wie die einzelnen Übungen ausgeführt werden können. Einzelne Aspekte werden in kurzer und ausführlicher Form ausgeführt und ergänzende Texte geben Anregungen, die Übungen zu vertiefen.

lhakhangWenn wir mit den Methoden vertraut sind, können wir uns entspannter den Übungen zuwenden und unsere Übungen weiter vertiefen. Die gemeinsame Praxis trägt dazu bei, dass wir nicht nachlassen und unsere Übungen weiterführen. Dies gilt insbesondere, wenn wir uns Übungen vorgenommen haben, die viel Zeit erfordern, wie z.B. die vorbereitenden Übungen (tib. Ngöndro) oder Teile davon. Wenn wir bereits länger praktizieren, können wir uns gegenseitig ermutigen und als Sangha unterstützen, die Übungen wieder aufzunehmen, um unserem Ziel, der Befreiung, näherzukommen.

Fortgeschrittene Praktizierende können die anderen unterstützen und ebenso zur eigenen Entwicklung wie zur Entwicklung des Zentrums und der spirituellen Gemeinschaft (skr. Sangha) beitragen. So bieten die Praxistage nicht nur die Möglichkeit, die eigenen Übungen zu bereichern, sondern wir können gleichzeitig den Vorsatz, anderen Wesen zu nutzen, in die Tat umsetzen.

Es finden Praxistage zu einzelnen Themen, wie der Entwicklung von Achtsamkeit, Geistiger Ruhe, Liebe und Mitgefühl oder zu verschiedenen Buddhas oder Bodhisattvas wie Avalokiteshvara, Buddha Amitabha, Tara usw. statt. Dabei praktizieren wir den ganzen Tag gemeinsam zu dem angegebenen Thema, wobei es Anleitungen zu den einzelnen Stufen der Praxis gibt.

Die gemeinsamen Praxistage stehen im Zusammenhang mit den vorbereitenden Übungen (tib. Ngöndro) und sollen insbesondere Praktizierende unterstützen, die diese Übungen vollständig ausführen möchten. Aber auch, wenn jemand diese schon einmal ausgeführt hat, ist es gut, die dadurch erlangten Eindrücke von Zeit zu Zeit aufzufrischen oder zu vertiefen. Sie sind aber nicht nur für Personen gedacht, die diese Übungen durchführen oder wiederholen möchten. Die Teilnehmer können auch einzelne Übungen ihrer persönlichen Praxis – wie z.B. die Reinigungspraxis von Vajrasattva – durchführen oder diese Zeit dazu nutzen, sich anderen Inhalten zuzuwenden und diese zu vertiefen.

Die Gebete zur Zufluchtnahme, vorbereitende Mantras usw. werden gemeinsam rezitiert. An jedem Praxistag bieten wir ein Thema der stufenweisen Übungen zur Wiederholung an, das in der ersten Sitzung gemeinsam ausgeführt wird. In den weiteren Sitzungen können die Teilnehmer jeweils ihren individuellen Übungen – seien es Niederwerfungen, Mantra-Rezitation, Mandala-Darbringen usw. – oder die vorgeschlagenen Inhalte anwenden, sodass sie gute Fortschritte in ihrer persönlichen Praxis erzielen können. Wenn sie das vorgeschlagene Thema aufnehmen, können sie damit die einzelnen Stufen der vorbereitenden Übungen nach und nach wiederholen.

Außerdem können die Praktizierenden an den Rezitationen am Morgen und am Abend – Guru Puja des Jigten Sumgön und Dharmapala-Puja – teilnehmen, durch die der Segen und Schutz der spirituellen Meister und der Dharma-Schützer zur Überwindung von Hindernissen und zur Weiterentwicklung der Praxis beiträgt.

Die Praxistage sind für Personen gedacht, die bereits grundlegende Erklärungen zu den Übungen und ggf. die entsprechenden Übertragungen des Vajrayana erhalten haben. Ergänzende Seminare mit Erklärungen zu den einzelnen Stufen der Übungen bieten die Möglichkeit, das Verständnis der verschiedenen Methoden zu vertiefen und Fragen zu besprechen (Die Meditation des Vajrasattva und Die Entwicklung von Liebe, Mitgefühl und Bodhicitta)

Die Teilnahmegebühr trägt dazu bei, die laufenden Kosten des Zentrums zu finanzieren. Dazu gehören im direkten Zusammenhang zu den Veranstaltungen neben Miete, Instandhaltung und Nebenkosten für die Zentrumsräume auch Personalkosten für die Reinigung sowie für die Gruppenleiter. Darüber hinaus arbeiten auch Teilzeitkräfte an den weiteren Aufgaben und Projekten, die mit dem Zentrum verbunden sind. Diese Arbeit wird durch ein Team und zahlreiche ehrenamtliche Hilfen unterstützt.

In buddhistischen Ländern werden Klöster, Ordinierte und Praktizierende, die sich in einem Retreat befinden und in dieser Zeit kein Einkommen haben, durch Spenden und Sponsoren unterstützt, die solche Möglichkeiten zum Anlass nehmen, Verdienste anzusammeln. Dies ist hierzulande aber (noch) nicht so verbreitet. Da wir im Gegensatz zu den christlichen Kirchen auch keine Steuern erheben und es keine übergeordnete Vereinigung gibt, die Aktivitäten von Dharma-Zentren finanziert, sind wir neben Spenden und freiwilligen Mitgliedbeiträgen auf Einnahmen durch Veranstaltungen angewiesen. Daher werden bei den Veranstaltungen Gebühren erhoben.

Die Beiträge sollen aber niemand davon abhalten, an den Veranstaltungen teilzunehmen. So gibt es z.B. die Möglichkeit, durch einen ermäßigten monatlichen Beitrag an allen Praxistagen teilzunehmen.

Die Beiträge zu den Veranstaltungen kann man sich allgemein wie Spenden für den Unterhalt und die Entwicklung des Zentrums vorstellen. Damit tragen die Teilnehmer nicht nur durch ihre Anwesenheit, sondern auch durch ihre finanzielle Unterstützung zur Entwicklung einer starken Gemeinschaft und zu den zahlreichen Aktivitäten des Zentrums bei. Wir können unsere Beiträge mit dem Wunsch verbinden, dass die Dharma-Zentren in der ganzen Welt anwachsen mögen, um vielen Menschen die Möglichkeit zu bieten, die Lehren des Buddha kennenzulernen und praktizieren zu können.

Bezüglich der Termine von Praxistagen haben wir uns zurzeit für den Sonntag entschieden, da an diesem Tag für Autofahrer keine Parkgebühren anfallen (ansonsten Tagesticket in ‚Parkzone V‘: 8 €). Vor der Einführung der Anwohnerparkzone fanden die Praxistage abwechselnd samstags und sonntags statt. Bitte teilt uns mit, welche Regelung für Euch günstiger ist, sodass wir dies bei den folgenden Terminen berücksichtigen können.

Möge es vielen von Nutzen sein.

Tändsin T. Karuna