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Der fünfteilige Mahamudra-Pfad

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von Khenchen Könchog Gyaltsen Rinpoche

‚Erläuterungen zum Juwelenkranz des tiefgründigen fünfteiligen Pfades‘ von Kunga Rinchen

  • Drikung Kagyü Verlag (DKV)
  • 1. Auflage 2007
  • 216 Seiten, 14 x 21 cm
  • Softcover, Klebebindung
  • ISBN 3-933529-22-0 / 978-3-933529-22-0

Vorrätig

Artikelnummer: 500-004 Kategorien: , Schlüsselworte: , ,

Beschreibung

Über das Buch

Mahamudra oder das ‚Große Siegel‘ bezieht sich auf den Pfad der Erleuchtung, der von Buddha gelehrt wurde und der durch die spirituelle Linie von Tilopa, Naropa, Marpa und Milarepa übertragen wurde. Gampopa, ein Schüler von Milarepa, der im elften Jahrhundert lebte, brachte diese Lehren des Buddha in einem fünfteiligen Pfad zusammen, der aus der erleuchteten Motivation, Gottheiten-Yoga, Guru Yoga, Mahamudra und der richtigen Widmung bestand. Sein Hauptschüler Phagmo Drupa gab diesem Ansatz den Namen ‚Der Tiefgründige Fünfteilige Pfad der Mahamudra‘.
Jigten Sumgön, der Nachfolger von Phagmo Drupa, gründete den Drikung-Kagyü-Orden und lehrte ausführlich über Mahamudra. Der fünfzehnte Nachfolger von Jigten Sumgön, Kunga Rinchen, der bekannt für die Direktheit und Klarheit seiner Belehrungen war, verfasste den Text ‚Erläuterung zum Juwelenkranz des tiefgründigen fünfteiligen Pfades‘, der hier in der Übersetzung vorliegt.
Dieser Text ist ein Handbuch mit praktischen Unterweisungen für diejenigen, die den Pfad der Mahamudra studieren, über ihn nachdenken und ihn praktizieren. Der Text von Gyalwang Kunga Rinchen wurde mit einer Einleitung sowie mit erläuternden Anmerkungen von Khenchen Könchog Gyaltsen Rinpoche versehen.
„Der fünfteilige Pfad der Mahamudra verkörpert die Essenz der Lehren des Buddha – des riesigen Ozeans der Sutras und Tantras – über die eigentliche Übung der Meditation. Für diejenigen, die bereit sind, ist es die höchste Methode, um Buddhaschaft in einem Leben zu erlangen. Dieser Kommentar, ‚Erläuterung zum Juwelenkranz des tiefgründigen fünfteiligen Pfades‘, wurde im sechszehnten Jahrhundert von Gyalwang Kunga Rinchen, dem zweiten Siegreichen, geschrieben. Er wurde für die glücklichen Wesen ins Englische übersetzt, die aus der Tiefe ihres Herzens daran interessiert sind, die Befreiung zu erlangen. Der Text von Kunga Rinchen beginnt mit den grundlegendsten Anleitungen und fährt dann fort bis zu den fortgeschrittensten und tiefgründigsten Unterweisungen.“
Khenchen Könchog Gyaltsen Rinpoche
„Die Übersetzung eines wichtigen Werkes des tibetischen Buddhismus […], eine klare und präzise Zusammenfassung des Vajrayana-Pfades, wie er in der Kagyü-Tradition gelehrt wird.“

 

Inhaltsverzeichnis

Einführung
Vorwort von Seiner Heiligkeit, dem Drikung Kyabgön
Einleitung: Der Fünfteilige Pfad
Erläuterung zum Juwelenkranz des tiefgründigen fünfteiligen Pfades

Einleitung
Die vier Kenntnisse
Die vier Kontemplationen
Die vier Übungen
Die fünf Meditationen

Die vorbereitenden Übungen

Besondere vorbereitende Übungen:
Zufluchtnahme

– Kontemplation über die seltene Gelegenheit, Freiheiten und Glück zu erlangen
– Kontemplation über die Fehler des Daseinskreislaufs
– Kontemplation über den Nutzen der Befreiung
Vajrasattva-Meditation
Mandala-Meditation
– Vorbereitung des Mandala
– Mandala-Opferung
Guru Yoga
– Die vier Ermächtigungen
Außergewöhnliche vorbereitende Übungen:
Liebe
Liebe hervorbringen
– Die wahre Natur der Liebe
– Das Anwachsen der Liebe
– Aktivitäten der Liebe
– Der Fehler, Liebe nicht hervorzubringen
– Der Nutzen durch das Entwickeln von Liebe
Mitgefühl
Das Objekt der Aufmerksamkeit des Mitgefühls
– Das Anwachsen des Mitgefühls
– Aktivitäten des Mitgefühls
– Die Frucht, die es zu erreichen gilt
Bodhicitta
Strebendes Bodhicitta
– Wirkliches Bodhicitta
– Das Objekt der Aufmerksamkeit des wirklichen Bodhicitta

Die eigentlichen Übungen

Meditation über den Deva (tib. Yidam) – Gottheiten-Yoga
Die Erzeugungsstufe
Visualisation
Kommentar zur Erzeugungsstufe
I.       Meditation über die klare Form
II.    Achtsamkeit in Bezug auf die Reinheit der Form
– a.   Achtsamkeit in Bezug auf die Reinheit der natürlichen Zeichen
– b.   Achtsamkeit in Bezug auf die Reinheit, die Leerheit ist
III.  Festhalten an der Diamant-Vollkommenheit von sich selbst als Gottheit
Die Vollendungsstufe
Guru Yoga – Meditation über den spirituellen Meister
I.       Der Ausstrahlungskörper
– Die drei Zweige der Verehrung
– Die dreiteilige Opferung
– Die siebenteilige Opferung
II.    Der Körper des vollkommenen Erfreuens
III.  Der Wahrheitskörper
IV.   Der Naturkörper
Meditation über Mahamudra
Das Festigen der Sicht
Das Festigen der wahren Natur des Geistes
– Die Bestehensweise der Erscheinungen
– Die Bestehensweise des Geistes
Die vier Begründungen
I.       Die Begründung des Diamantsplitters
II.    Die Begründung des Einen und Vielen
III.  Die Begründung, die die vier Möglichkeiten der Herstellung widerlegt
– a.   Vier Wege, die Leerheit falsch zu verstehen
– b.   Drei mögliche Fehler in der Meditation
IV.   Die Begründung durch das abhängige Entstehen
Meditation über die Sicht
– Die Körperhaltung
– Die Übungszeit
Den Geist stabilisieren
I.       Meditation über die Bestehensweise der Phänomene
a.   Die Übung der Vollendungsstufe mit Zeichen
b.      Die Übung der Vollendungsstufe ohne Zeichen – die sieben Methoden, den Geist zu stabilisieren
– 1.   Die Übung aufrechterhalten, ohne etwas in den Geist zu bringen
– 2.   Die Übung aufrechterhalten und die Konzepte der Unterscheidungen aufgeben
– 3.   Die Übung aufrechterhalten, ohne die Achtsamkeit zu verlieren
– 4.   Die Übung mit großer Anstrengung aufrechterhalten
– 5.   Die Übung in Bezug auf die Bedeutung der Nicht-Meditation aufrechterhalten
– 6.   Die Übung aufrechterhalten ohne die beiden Extreme der Anspannung und der Schlaffheit
– 7.   Die Übung aufrechterhalten mit einem Geist, der sich im natürlichen Zustand befindet
II.    Bestimmung der Bestehensweise der Phänomene
– a.   Bestimmung des meditativen Gleichgewichts als ruhiges Verweilen
– b.   Bestimmung des Selbst-Gewahrseins als Mahamudra

Quintessenz-Unterweisungen
Praktizieren in Übereinstimmung mit den Quintessenz-Unterweisungen

Abschließende Übungen
Widmung

Die Dakorma Widmung
Die angemessene Widmung des angeborenen Heilsamen
– I.       Die Worte des Buddha über die Widmung des angeborenen Heilsamen
– II.    Begründung der Widmung des angeborenen Heilsamen
– III.  Quintessenz-Unterweisungen über die Widmung des angeborenen Heilsamen
Die Objekte der Widmung
Die Empfänger der Widmung
Das Ziel der Widmung

Kolophon

Anhang
Die Lebensgeschichte des Autors Kunga Rinchen

Anmerkungen

 

Reginald Ray

Leseprobe

Meditation über die Sicht

Um über die Sicht zu meditieren, musst du die Technik der Körperhaltung, die Technik der Übungszeit und die Technik, den Geist zu stabilisieren, praktizieren. Diese drei müssen gleichzeitig praktiziert werden.

Die Technik der Körperhaltung

Die richtige Vorbereitung des Körpers durch die siebenteilige Körperhaltung des Buddha Vairocana lässt es zu, dass Erkenntnis in deinem Geist erscheint. Buddha sagte im ‘Diamant Rosenkranz Sutra‘:Sitze auf einem bequemen Kissen. Richte deine Augen auf die Spitze deiner Nase. Deine Nase sollte sich auf einer Linie mit deinem Nabel befinden. Halte die Schultern gerade. Die Zunge berührt den Gaumen. Deine Lippen und Zähne liegen entspannt aufeinander. Dann, nachdem du deinen Atem beruhigt hast, atme nur mit geringer Anstrengung, gemäß den Unterweisungen deines Lehrers. Verweile mit gekreuzten Beinen in der richtigen Haltung.Übe dich gründlich in der Technik der Körperhaltung.

Die Technik der Übungszeit

Die Technik der Übungszeit besteht darin, zu allen Zeiten zu praktizieren. Es heißt, dass es keine Übungssitzung als solche gibt. Immer, wenn es Achtsamkeit gibt, den Sieger über die Zeit, gibt es Meditation. Jede Zeit ist angemessen für die Übung. Es ist nicht notwendig, die Monate zu berechnen oder ein Datum zu bestimmen. Es ist nicht notwendig die Position der Sonne, des Mondes und der Sterne in Betracht zu ziehen. Die Zeit der Übung ist in keiner Weise begrenzt. Du solltest ununterbrochen praktizieren, ohne formale Sitzungen.

Die Technik, den Geist zu stabilisieren

Die Technik, den Geist zu stabilisieren, hat zwei Teile:

  1. Meditation über die Bestehensweise der Phänomene
  2. Bestimmung der Bestehensweise

Der erste Teil, die Meditation, hat wiederum zwei Stufen. Die Vollendungsstufe mit Zeichen betrifft die Tropfen an den fünf Orten des Körpers, auf die man seinen Geist richtet. Die Vollendungsstufe ohne Zeichen betrifft die sieben Methoden, den Geist zu stabilisieren.

I. Meditation über die Bestehensweise der Phänomene

a. Die Übung der Vollendungsstufe mit Zeichen

Wenn du diesen Teil der Technik, den Geist zu stabilisieren, entwickelst, bringst du zuerst den Erleuchtungsgeist hervor und visualisierst dann deinen Körper als den Körper des Deva (tib. Yidam). Stelle dir den Lehrer als Vajradhara vor und meditiere dann, indem du deinen Geist ohne Ablenkung auf den leuchtenden blauen Tropfen in deinem Herzen richtest, der die Größe eines Senfsamens hat. Wenn dann eine gute meditative Stabilität entsteht, ruhe kurz in einem entspannten natürlichen Zustand, ohne dass etwas in deinem Geist erscheint.
Richte dann deinen Geist eingerichtet auf den Tropfen in deinem Herzen. Halte deinen Geist auf diesem Tropfen. Wenn ein Gedanke entstehen sollte, schenke ihm keine Beachtung. Übe auf diese Weise täglich in vier Sitzungen. Höre schließlich auch auf, den Tropfen zu beobachten. Versetze deinen Geist dann in den natürlichen ungekünstelten Zustand.
Wenn durch diese Übung Aufregung in deinem Geist entsteht, meditiere über den gelben Tropfen in deinem Nabelzentrum und den grünen Tropfen am geheimen Ort von dir selbst als Deva. Wenn Trägheit im Geist entsteht, meditiere über den roten Tropfen in der Kehle und über den weißen Tropfen im Stirnzentrum.
Wenn du auf diese Weise meditierst, wird dein Geist sich nicht nach Außen richten und zerstreuen, sondern er wird in einem nicht-begrifflichen Zustand verweilen. Klarsicht und andere gute Qualitäten werden dann entstehen. So steht im Chakrasamvara Tantra:
Dadurch, dass man den Geist nach innen richtet, erreicht man, was man sich wünscht.

b. Die Übung der Vollendungsstufe ohne Zeichen

In diesem Teil der Technik, den Geist zu stabilisieren gibt es sieben Methoden:

  1. Die Übung aufrechterhalten, ohne etwas in den Geist zu bringen
  2. Die Übung aufrechterhalten und die Konzepte der Unterscheidungen aufgeben
  3. Die Übung aufrechterhalten, ohne die Achtsamkeit zu verlieren
  4. Die Übung mit großer Anstrengung aufrechterhalten
  5. Die Übung aufrechterhalten in Bezug auf die Bedeutung der Nicht-Meditation
  6. Die Übung aufrechterhalten ohne die beiden Extreme der Anspannung und der Schlaffheit
  7. Die Übung aufrechterhalten mit einem Geist, der sich im natürlichen Zustand befindet

1. Die Übung aufrechterhalten, ohne etwas in den Geist zu bringen:

Nagarjuna sagte:

Alle Phänomene sind gleich selbstlos. Unser Geist ist von Anfang an nicht-geschaffen und ist seiner Natur nach Leerheit. Die eigentliche Natur oder Essenz der Leerheit ist der Geist. Weder atmet der Yogi, der über die Bedeutung der Leerheit meditiert noch atmet er nicht, seine Augen sind weder geöffnet noch sind sie geschlossen, sein Körper ist weder gerade noch gebeugt, weder redet er noch redet er nicht. Er denkt nicht über äußere Objekte nach. Er denkt nicht über seinen Geist nach. Es gibt elf Dinge, die nicht in den Geist aufgenommen werden: Form, Klang, Geruch, Geschmack und Fühlbares werden nicht in den Geist aufgenommen; die Natur der Form, des Klanges, des Geruches, des Geschmackes und des Fühlbaren werden nicht in den Geist aufgenommen. Außerdem werden die Phänomene nicht in den Geist aufgenommen.

Als sich der Kostbare Erhabene Jigten Sumgön bei seiner Familie in Den in Osttibet aufhielt, starb der Mann einer Nachbarin und sie war sehr traurig. Die Mutter des Kostbaren Erhabenen sagte zu ihrer Nachbarin: “Höre auf, an deinen Ehemann zu denken, und dein Leiden wird aufhören. Wenn du fortfährst an ihn zu denken, wird der Schmerz anhalten.” Später kam Jigten Sumgön nach Zentraltibet und traf seinen spirituellen Meister Phagmo Drupa. Noch später, nachdem Jigten Sumgön gerade Mahamudra verwirklicht hatte, fühlte er, dass von allen Lehren, die er von Phagmo Drupa erhalten hatte, keine höher war als diese: Nichts in den Geist aufzunehmen.
Daraus folgt, dass diese Lehre, nichts in den Geist aufzunehmen, sehr tiefgründig ist. Saraha sagte:

Nicht in den Geist aufnehmen –
das ist der Körper der Mahamudra.
Yogi, erlaube dir nicht,
auf irgendeine Frucht zu hoffen.

[…]

Rezension

Dieser aufschlussreiche und gut bearbeitete Text von Kunga Rinchen, zu dem Khenchen Rinpoche die Einführung und Anmerkungen beisteuerte, ist dazu angetan, die Kenntnis über die Mahamudra-Lehre der Kagyü-Tradition in inspirierender Weise zu bereichern. Knapp, und doch ausreichend gründlich wird hier der gesamte Pfad dargelegt, und zwar – dies ist das Besondere – in der Form des Meditationsweges. Vor allem nach den entsprechenden Einweihungen kann das Büchlein zur rechten Praxisanleitung für Übende werden, und mancher Schritt, manche Wortbedeutung mögen sich durch die einleuchtenden Definitionen erhellen.
Nach einleitenden Übungen folgen die “eigentlichen” Übungen, angefangen mit der Zufluchtnahme. Gleich hier wird die besondere Bedeutung des Lehrers in der Kagyü-Tradition deutlich, denn statt der üblichen drei werden hier sechs Zufluchtsobjekte genannt, als Erstes die Wurzel- und Liniengurus. Die zuletzt angeführten Gottheiten sowie Dakas, Dakinis und Dharmaschützer zeigen die dichte Verwobenheit der Sutra- und Tantra-Grundlage dieses Mahamudra-Weges gleich zu Anfang.
All die folgenden Schritte mit den Visualisierungen, ausschließlich auf der Ebene mit zweiarmigen Gestalten, können hier nicht im Einzelnen nachgezeichnet werden. Eingehender als die Erzeugungs- wird die Vollendungsstufe dargelegt. Hier wird die Methode des Guru-Yoga als einziger Weg bezeichnet, um in seinem Geist jene Stufe zu erzeugen. Vier Buddha-Körper gilt es zu verwirklichen. Den üblichen drei Körpern – hier als Ausstrahlungskörper, Körper des vollkommenen Erfreuens und Wahrheitskörper bezeichnet – folgt der “Naturkörper” (Svabhavikakaya – anderswo auch als Wesenskörper übersetzt). Hierbei geht es um das “Etablieren der Soheit als Naturkörper”, um die nicht-duale Natur des Geistes und die essentielle Natur der Wirklichkeit, die Einheit der Phänomene. Ohne nun noch eine Visualisierung zu Hilfe zu nehmen, soll jetzt allein der grundlegende Geist verwirklicht werden. Und schlussendlich sollte nichts anderes mehr als der eigene Geist, untrennbar vom Geist des Gurus und seinen vier Körpern, wahrzunehmen sein, d.h. Mahamudra (wörtl.: Großes Siegel). Eine Sicht, die zur direkten Erfahrung jenseits des Denkens, also verwirklicht werden muss, um erst wirklich einsichtig zu werden.
Es folgt der gewichtige Übungsblock “Den Geist stabilisieren”, der Klarheit über die “Bestehensweise der Phänomene” erzeugen soll. Eingehend wird dazu die Vollendungsstufe ohne Zeichen in sieben Schritten erläutert. Besonders wichtig ist der erste Punkt. Es gilt hierbei, die Übung aufrechtzuerhalten, ohne etwas in den Geist hinein zu bringen. Dies sei “der Körper der Mahamudra”. Zum zweiten Punkt, dem Aufgeben der unterscheidenden Konzepte, sei das schöne Wort Tilopas zitiert: “Wenn man nicht über gut und schlecht nachdenkt, werden die Gedanken der Buddhas der drei Zeiten auftauchen. Alle Allwissenden lehren dies.” Schlussendlich wird jedoch klargestellt, dass Mahamudra eine Form der Einheit von Ruhigem Verweilen und besonderer Einsicht ist und daher auch als “reine nichtbegriffliche besondere Einsicht” bezeichnet wird.
Dem entspricht die Aufgabe, die raumgleiche, alle Phänomene enthaltende Natur des Geistes zu untersuchen. Und d ie Erkenntnis, dass der eigene Geist von Anfang an ohne Entstehen, Bestehen und vergehen ist, wird gewöhnlicher Geist, Naturkörper oder selbst-entstandene, angeborene hohe Weisheit genannt. Der gewöhnliche Geist ist “die meditative Stabilität des Mahamudra-Pfades des Sehens”, also eine erwachte Sichtweise. Naropa bezieht einen weiteren, dem entsprechenden Aspekt ein: “Die Natur des Geistes ist die Einheit von Erscheinung und Leerheit.” Und eine heilsame, damit einhergehende Handlung “ist frei von Annehmen und Ablehnen.” In den Worten von Jigten Sumgön: ” Mahamudra ist einfach dieses Selbst-Gewahrsein…Den Wesen durch die vier Körper zu nutzen, ist die Aktivität der Mahamudra.”
Diese stichwortartige Quintessenz der Lehre mag diejenigen, die die Natur des Geistes und die wahre Wirklichkeit erforschen wollen, zu einem eingehenden Studium dieses wunderbaren Textes anregen.

Dagmar Doko Waskönig