Sterben können

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Beschreibung

Wie wir uns darauf vorbereiten – Wie wir Abschied nehmen – Wie wir Nahestehende begleiten

Knaur Taschenbuch 2014
(Bei diesem Buch handelt es sich um die gekürzte Fassung von „Geborgen im Grenzenlosen“ – ohne CD)

Die erfahrene Sterbebegleiterin Lisa Freund vermittelt wichtiges Basiswissen im Umgang mit Sterben und Tod für Betroffene, Angehörige und alle, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Sie verbindet auf respektvolle und mitfühlende Weise praktische und emotionale Aspekte der Vorbereitung auf das Lebensende.

Siehe auch Rezension!

Rezension

Rezension zu „Geborgen im Grenezenlosen“ und „Sterben können“ von Lisa Freund

Einige kennen Lisa Freund vielleicht von den Vorträgen, die sie im Aachener Zentrum zu den Themen Umgang mit dem Sterben und zu ihren Erfahrungen in der Sterbebegleitung gehalten hat. Lisa Freund ist seit mehr als zwanzig Jahren aktiv in der Hospizbewegung tätig und hat viele Menschen ehrenamtlich auf ihrem letzten Weg begleitet.

Das Thema Tod und Sterben betrifft uns alle. So wie jeder andere, werde auch ich eines Tages sterben. Es ist das Einzige, was im Leben wirklich sicher ist.

Bis in die 70er Jahre waren Tod, Sterben und Trauer in Deutschland keine öffentlich verhandelten Themen. Sie lagen im Zuständigkeitsbereich der Familien, der Seelsorge, der Kirchen. Aber auch der Umgang mit Sterben, Tod und mit den Toten bleibt nicht gleich. Die über Jahrhunderte gewachsenen Traditionen sind für viele Menschen nicht mehr lebendig. Wie man an der Verbreitung der Hospizbewegung und an der Zunahme der Veröffentlichungen zu Thema Tod und Sterben ablesen kann, ist die Situation auf vielen Ebenen im Wandel.

Die erfahrene Sterbebegleiterin Lisa Freund richtet den Blick darauf, wie sich jeder von uns auf das kommende Lebensende vorbereiten kann. Immer geht es darum, der eigenen Vergänglichkeit realistisch, verantwortlich und humorvoll zu begegnen. Dies hat eine ‚äußere’ und praktische Dimension im Sinne von Vorsorge, die aber in einen tiefgreifenden inneren Prozess eingebettet ist.

Die einzelnen Schritte und Übungen, die ein solches Sich-einlassen auf das Thema aufteilen und unterstützen, hat Freund in einem „Schwellenprozess“ zusammengefasst, in dessen Brennpunkt das Loslassen steht:

Zunächst von materiellen Dingen. Es geht hier um Testament, auch spirituelles Testament, Patientenverfügung, etc..

Im weiteren Schritt steht das innere Loslassen von Beziehungen im Vordergrund; es geht um Wege, wie man Unerledigtes abschließt und Abschied nimmt und dabei doch innerlich wertschätzend und mitfühlend bleibt.

Beim Heranschreiten an und Überschreiten dieser Lebensschwellen können Visualisierungen und Übungen dabei helfen, zu erleben, dass es einen weiten Raum hinter den alltäglichen Gefühlen, Gedanken, Wahrnehmungen und Ängsten gibt, in dem man geborgen und geschützt ist.

Beide Bücher enden mit Anregungen für eine neue Sterbekultur, bei der die Übernahme von Verantwortung für das Sterben in generationsübergreifenden Lebens- und Hausgemeinschaften eine große Rolle spielt. Die gekürzte Taschenbuchversion konzentriert sich überwiegend auf den „Schwellenprozess“, während die umfangreichere Fassung z.B. auch der „Spirituellen Begleitung“ größeren Raum gibt.

Als Schülerin von Sogyal Rinpoche geht Freund hier z.B. auch auf die „Essenzielle Phowa-Praxis“ ein. Eine Facette ihres Versuchs, westliches mit östlichem Wissen zu verknüpfen.

Beide Bücher sind, wie Freund selbst sagt, handfest und spirituell zugleich. Sie geben eine Vielzahl von Hilfsmitteln an die Hand, wie man die letzten Dinge anfassen und bewältigen kann. Vieles lässt sich zwar nicht aus Büchern lernen, aber bei Lisa Freund finden nicht nur Buddhisten etliche produktive Anregungen.

Rolf Blume