Guru-Yoga

Skrt., eine Meditationspraxis, um den Segen der Übertragungslinie zu erhalten.

Der Segen des Guru-Yoga wird folgendermaßen bewirkt:

Wenn wir unseren Lehrer als ein gewöhnliches menschliches Wesen ansehen, verbleibt unser Bewußtsein in einem gewöhnlichen Zustand. Wenn wir die Praxis des Guru-Yoga durchführen (wobei wir uns unseren Lehrer als den Wurzel-Lama Vajradhara vorstellen), richtet sich unser Bewußtsein auf den Zustand des Buddha Vajradhara aus. Wenn wir wirklich studieren und praktizieren, so taucht in unserem Bewußtsein eine freudige, vertrauensvolle Erfahrung von natürlicher Hingabe auf. Durch diese Hingabe werden unsere Zweifel und Bedenken beseitigt. Dies nennt man den Segen des Guru; es ist das Zusammentreffen der Lehren, der Weisheit und des Mitgefühls des Lehrers mit den Wünschen, der Hingabe und dem Vertrauen des Schülers.

Das Guru-Yoga ist eine der wichtigsten Übungen des Vajrayana. Innerhalb der Vorbereitenden Übungen (tib. Ngöndro) übt man die Hingabe an den Guru, indem man ihn als Buddha Vajradhara sieht. In den Übungen des Tiefgründigen Fünffachen Pfades von Mahamudra (tib. Ngadän) praktiziert man ein weiteres Guru-Yoga zur Entwicklung der vier Buddha-Körper (vgl. Vier Kayas). Die Praxis des Guru-Yoga mit großer Hingabe ist der einzige Weg, die Stufe der Vollendung zu erlangen, die Verwirklichung von Mahamudra.