Bodhicitta

Skrt., “Erleuchtungsgeist”, das Streben nach Erleuchtung; die jedem Wesen innewohnende Erleuchtungsfähigkeit, die Entwicklung von Liebe und Mitgefühl.

Diese außergewöhnliche Geisteshaltung bedeutet, daß man bereit ist, volle Verantwortung für die anderen auf sich zu nehmen, d.h. selbst die Last zu tragen, anderen zu helfen. Nicht nur, daß man wünscht, daß es ihnen gut gehen möge, sondern man nimmt selbst die Verantwortung auf sich, alles zu tun, was nötig ist, um anderen zu helfen. Ist Bodhicitta entfaltet, sollte man nicht ein einziges Wesen aufgeben.

Nach der tibetischen Überlieferung unterscheidet man:

  1. den vorläufigen Erleuchtungsgeist (relatives Bodhicitta), der aus zwei Phasen besteht:
  • Bodhicitta des Strebens -der durch grenzenloses Mitgefühl entstandene Wunsch, zum Wohle aller Lebewesen die Erleuchtung zu erlangen
  • Bodhicitta der Ausführung – die Übung der entsprechenden Methoden, um diesen Wunsch in die Tat umzusetzen;
  1. den endgültigen Erleuchtungsgeist (absolutes Bodhicitta), die Einsicht in die wahre Natur der Phänomene (vgl. Leerheit).