An neuem Ort, in neuem Gewand
Bücher waren und sind eine Quelle von Wissen und Inspiration. Das gilt auch für den Dharma, obwohl häufig von Hören, Nachdenken und Meditieren gesprochen wird. Im Hören (zur Zeit des Buddha und einige Jahrhunderte nach ihm gab es nur das) ist das Lesen enthalten. Es geht um das Aufnehmen von neuen, vertrauenswürdigen und tiefgründigen Informationen und Erfahrungen, die den eigenen Geist erweitern und auf dem Dharma-Weg unterstützen können.
Ob es nun die Worte des Buddha sind, Kommentare späterer Meister oder Zusammenfassungen der Lehre, all das gilt es, nicht einfach nur aufzunehmen, sondern darüber nachzudenken, es zu prüfen, so wie der Buddha es seinen Schülerinnen und Schülern schon empfohlen hat. Das für richtig oder wahr Befundene gilt es dann in seinen Geistesstrom zu integrieren bzw. im eigenen Leben umzusetzen. Dafür ist die Meditation das geeignete Mittel.
Anfänge
Als unser Zentrum vor ca. 43 Jahren gegründet wurde, war es schwer, an Informationen über den Buddhismus und insbesondere die umfassenden Lehren zu kommen. Es gab kein Internet und nur wenige buddhistische Bücher, insbesondere in deutscher Sprache. Vieles lief dann erst einmal wieder über das Hören der Unterweisungen der eingeladenen Lamas. Nach und nach gab es mehr Bücher und Schriften, die alle mit großem Interesse gekauft und gelesen wurden.
So entstand auch aus den ersten privaten Büchern von Tändsin T. Karuna die Bibliothek des Zentrums. Über die Jahre ist eine umfangreiche Sammlung von Dharma-Literatur und angrenzenden Themen (z.B. dem interreligiösen Dialog) zusammengekommen. Die Sammlung enthält auch eine ganze Reihe von Büchern, die heute kaum mehr zu bekommen sind.
Ausbau
Nach dem Umzug in die Oppenhoffallee im Jahr 1998 fand die Bibliothek ihr Zuhause im Gartenraum. Dort hatten wir den alten Schrank der vorherigen Hausbewohner, der im heutigen Meditationsraum an der Stelle des Altars stand, eingebaut. Die Bücher fanden dort zunächst ausreichend Platz. Durch die vielen Publikationen der letzten Jahrzehnte wurde es dann auch dort eng. Es musste eine Lösung gefunden werden.
Weil sich die Bibliothek bisher im Gartenraum befand, war die Nutzung erschwert. Die Bücher waren vom Haupthaus entfernt und der Raum wurde für Yoga-Kurse benutzt. Wahrscheinlich wissen viele – auch langjährige Mitglieder – gar nicht, dass es die Bibliothek überhaupt gibt. Mit der vorgesehenen Umgestaltung des Eingangsbereichs des Meditationsraumes ergab sich die Möglichkeit, die Bibliothek dort unterzubringen. Zuvor haben Niko und Corinna die Wände neu gestrichen, die nach 25 Jahren nicht mehr ganz frisch waren.
Die Menge der Bücher machte eine stabile Schrankwand notwendig, die eine ganz Wand einnimmt. Uns war an einer Lösung gelegen, die das Raumgefühl nicht zu schwer werden lässt, aber auch nicht zu unruhig ist. Nach einer längeren Planungsphase konnten wir ein passendes System finden und mit Glück noch in Buche (statt wie nun üblich in Wildbuche) bekommen. Die Glastüren machen den Schrank durchlässiger und geben zudem den Blick auf die Bücher frei. In einem offenen Teil sind die Meditationstexte untergebracht, die bei Veranstaltungen ausgeliehen werden können, wenn jemand die Texte nicht besitzt oder vergessen hat.
Mit dem Einräumen und groben Sortieren der Bücher hat Ani Elke viele Stunden verbracht, so dass man Bücher zu den gewünschten Themen gut finden kann. Niko und ich hatten den alten Schrank ausgeräumt und die Bücherkisten rübergetragen.
Gegenüber der Bibliothek haben wir zwei Schränke in ähnlichem Stil für die Sitzkissen und Decken angeschafft, wodurch der Raum zusätzlich mehr Ruhe gewinnt. Die Verbindungstüren zum Shop, die mit Glas versehen sind, haben wir von der Shop-Seite her freigeräumt, so dass von dort tagsüber Licht in den Raum dringt. Die Umgestaltung des Raumes ist noch nicht abgeschlossen, aber die ersten wichtigen Schritte sind gemacht.
Verwendung
Es wird noch etwas Zeit brauchen, bis die Bibliothek über die grobe Sortierung hinaus vollständig eingerichtet ist. Sie soll daher zunächst als Präsenzbibliothek fungieren, in der man vor Ort sich Bücher anschauen und in ihnen lesen kann. Es sollte auch immer eine Person, die sich in der Bibliothek auskennt, dabei sein.
Unterstützung
Bei der Planung der neuen Bibliothek waren wir im Zentrumsteam der Ansicht, dass es etwas Hochwertiges und Stabiles sein sollte, das für den Meditationsraum angemessen ist und lange hält. Die Wahl ist daher auf ein Massivholzsystem mit Glaselementen gefallen. Den Aufbau konnte Niko, der auch die Planung hauptsächlich durchgeführt hat, mit Unterstützung von Hartmut und Noah erledigen, wobei der unebene Parkettboden eine Herausforderung war. Adi und ich haben die zwei Schränke zusammengebaut.
Die Schrankwand für die Bibliothek und die beiden Einzelschränke für die Sitzkissen und Decken haben insgesamt knapp 12.000 € gekostet, die wir aus den Rücklagen des Zentrums beglichen haben. Das ist eine ordentliche Summe, die wir aber als eine gute Investition betrachten. Nichtsdestotrotz sind dadurch die Rücklagen erheblich geschrumpft.
Wir bitten Euch daher: Unterstützt durch Eure großzügige Spende dieses langfristig angelegte Projekt, das für das Zentrum und seine Mitglieder sowie Freundinnen und Freude einen großen Nutzen hat.
Christian Licht